15.09.2025
Sie schadet der Umwelt, dem Geldbeutel und dem Gewissen: Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem, das sich laut Experten in vielen Bereichen stark reduzieren oder sogar ganz vermeiden ließe. Wo hierzulande am meisten Food Waste entsteht – und was wir alle dagegen tun können.
In Deutschland landen jährlich 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, das geht aus einem Bericht des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung hervor.
Den Großteil, 58 Prozent, machen dabei private Haushalte mit 6,3 Millionen Tonnen aus.
An zweiter Stelle folgt die Außer-Haus-Verpflegung mit 18 Prozent und 2 Millionen Tonnen.
Danach folgen mit 15 Prozent die Verarbeitung, mit 7 Prozent der Handel und mit 2 Prozent die Primärproduktion.
Wir könnten den Großteil des Food Waste vermeiden
Besonders fatal: Von den rund 10,8 Millionen Tonnen Abfällen ließe sich der Großteil vermeiden. Das schreibt etwa der Worldwide Fund for Nature (WWF) in seinem Bericht „Weniger ist mehr – Lebensmittelabfälle vermeiden“. Demnach könnten wir hierzulande ganze 8 Millionen Tonnen Food Waste im Jahr einsparen.
So lässt sich Food Waste einsparen
Als Privatperson
Wer merkt, dass er zuhause häufig Lebensmittel wegschmeißt, kann mit einfachen Tipps einen großen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.
Besser planen und einkaufen
Einkaufslisten und Mahlzeitenpläne zu erstellen, hilft dabei, realistische Mengen zu kaufen, die auch aufgebraucht werden, solange sie noch gut sind.
Lebensmittel richtig lagern
Achten Sie beim Kühlschrank einräumen auf die Temperaturzonen: Nach unten gehören Fleisch und Fisch, in die Mitte Milchprodukte und ganz nach oeben Reste. Obst und Gemüse sollten sie zudem sortenweise lagern, denn Äpfel und Tomaten beschleunigen etwa die Reifung anderer Lebensmittel.
Keine Angst vorm MHD
Die Markiereung “Mindestens haltbar bis” ist keineswegs gleichzusetzen mit “sofort schlecht ab”. Prüfen Sie, etwa anhand Optik, Geruch und Geschmack, ob Lebensmittel auch nach Ablaufdatum noch haltbar sind. Lediglich bei besonders sensiblen Produkten wie Fisch oder Fleisch sollten sie das MHD streng sehen.
Werden Sie kreativ
Nutzen Sie Ihre Reste für neue, kreative Rezeptideen. Anstat sie wegzuwerfen, können Sie gekochte Lebensmittel außerdem einfrieren. Wer aktiv Lebensmittel retten will, kann außerdem Foodsharing-Apps wie Too Good To Go nutzen.
Als Betrieb
Im Außer-Haus-Betrieb landen laut WWF etwa 35 Prozent der zubereiteten Lebensmittel im Müll. Das ließe sich vermeiden, in dem Betriebe folgende Maßnahmen ergreifen:
Food Waste messen und transparent machen
Mithilfe verschiedener Tracking-Methoden und smarter Tools, wie etwa Delicious Data eines anbietet, werden Lebensmittelabfälle mess- und sichtbar. Mitarbeiter werden so für Food Waste sensibilisiert und können dessen Entwicklung im Blick behalten. Auch Abfallquellen werden so sichtbar.
Lebensmitteleinsatz besser planen
Im zweiten Schritt können Betriebe auf Basis ihrer Messungen den Einsatz der Lebensmittel besser und nachhaltiger planen. Unterstützt werden sie dabei etwa durch smarte Prognosen, die ihnen abhängig vom Wochentag, Wetter und Veranstaltungen sagt, wie hoch die Nachfrage nach den jeweiligen Gerichten ist.
Zudem können sie auf kleinere Portionsgrößen oder modulare Buffets zurückgreifen – und hierbei auch direkt den Nachhaltigkeits-Aspekt an die Kunden kommunizieren.
Auch Reservierungssysteme und Pre-Order-Modelle sind eine Möglichkeit, um Überproduktion so vermeiden.
Reste effizient nutzen
Eine weitere Methode, Food Waste zu reduzieren: kreative Resteverwertung. Gastronomen können Tagesgerichte aus überschüssigen Zutaten zubereiten. Alternativ lohnt sich die Zusammenarbeit mit Initiativen wie “Too Good to Go”.
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